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Open Source
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Als Open Source (aus englisch open source, wörtlich offene Quelle) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geÀndert und genutzt werden kann. Open-Source-Software kann unter Einhaltung der Lizenzbedingungen kostenfrei genutzt und verteilt werden.
Software kann sowohl von Einzelpersonen aus altruistischen Motiven zu Open-Source-Software gemacht werden als auch von Organisationen oder Unternehmen, um Entwicklungskosten zu teilen oder Marktanteile zu gewinnen.cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] BefĂ€higte Endbenutzer können die Software nach eigenen BedĂŒrfnissen anpassen und eventuell als Abspaltung veröffentlichen, als auch mit âPull Requestsâ Verbesserungen beitragen.
Contents
âą Geschichte
âą Definition
⹠GrundsÀtze
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
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Geschichte
Open Source hat viele UrsprĂŒnge und VorlĂ€ufer, beispielsweise die Do-it-yourself-Bewegung, die Hacker-Bewegung der 1960/1970er und die Freie-Software-Bewegung der 1980er Jahre, die der unmittelbare VorlĂ€ufer wurde.
Beeinflusst durch den 1997 publizierten Essay Die Kathedrale und der Basar von Eric S. Raymond, entschied Netscape im Jahr 1998, angesichts der wachsenden Dominanz von Microsoft am Browser-Markt, den Quelltext des wirtschaftlich nicht mehr verwertbaren Netscape Navigators freizugeben (aus dieser Freigabe entstand spÀter das Mozilla-Projekt).cite-ref-3[3]
Kurz darauf befanden Raymond,cite-ref-4[4] der Informatiker Bruce Perens und Tim OâReilly, GrĂŒnder und Vorstand des OâReilly Verlags, dass die Freie-Software-Gemeinschaft ein besseres Marketing benötige.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6] Um diese freie Software als frei von ethischen Wertencite-ref-7[7] und geschĂ€ftsfreundlich darstellen zu können, wurde beschlossen, einen neuen Marketing-Begriff fĂŒr Freie Software einzufĂŒhren â der Begriff Open Source wurde von da an flĂ€chendeckend im Marketing genutzt und war auch der Namensgeber fĂŒr die von Raymond, Perens und OâReilly gegrĂŒndete Open Source Initiative (OSI). Es wurden angepasste Open-Source-Lizenzen geschaffen, die den BedĂŒrfnissen des Open-Source-Umfelds genĂŒgen und auch fĂŒr Wirtschaftsunternehmen attraktiv sein sollten (Permissive licenses). Eine der bekanntesten Lizenzen, die aus diesen Bestrebungen hervorging, ist die Mozilla Public License.
Am 4. Dezember 2024 fand im Deutschen Bundestag eine öffentliche Anhörung des Digitalausschusses zum Thema âOpen Sourceâ stattcite-ref-8[8]. Experten vom Fraunhofer-Institut, der Apache Software Foundation, der Open Source Business Alliance, der Sovereign Tech Agency, des Bundesverbands IT-Mittelstand, des Innovationsverbund öffentliche Gesundheit, der TU-MĂŒnchen und der Free Software Foundation Europe gaben im Vorfeld Stellungnahmen ab.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11] Der Mehrheit der Experten zufolge ist das Engagement der aktuellen Bundesregierung hinter den Erwartungen zurĂŒckgeblieben.
Definition
Definition der Open Source Initiative
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Hauptartikel
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Open Source Initiative
Die Open Source Initiative (OSI) wendet den Begriff Open Source auf all die Software an, deren LizenzvertrĂ€ge den folgenden drei charakteristischen Merkmalen entsprechen und die zehn Punkte der Open Source Definition erfĂŒllen:cite-ref-open-source-definition-12-0[12]
âą Die Software (d.h. der Quelltext) liegt in einer fĂŒr den Menschen lesbaren und verstĂ€ndlichen Form vor: In der Regel handelt es sich bei dieser Form um die Quelltexte in einer höheren Programmiersprache. Vor dem eigentlichen Programmlauf oder Programmablauf ist es normalerweise notwendig, diesen Text durch einen Compiler in eine binĂ€re Form zu bringen, damit das Computerprogramm vom Rechner ausgefĂŒhrt werden kann. BinĂ€rprogramme sind fĂŒr den Menschen im semantischen Sinne praktisch nicht lesbar.
âą Die Software darf beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden: FĂŒr Open-Source-Software gibt es keine NutzungsbeschrĂ€nkungen, weder bezĂŒglich der Anzahl der Benutzer noch bezĂŒglich der Anzahl der Installationen. Mit der VervielfĂ€ltigung und der Verbreitung von Open-Source-Software sind auch keine Zahlungsverpflichtungen gegen einen Lizenzgeber verbunden. Es wird typischerweise nur die Weitergabe des Quelltextes gefordert.
âą Die Software darf verĂ€ndert und in der verĂ€nderten Form weitergegeben werden: Durch den offengelegten Quelltext ist VerĂ€ndern ohne weiteren Aufwand fĂŒr jeden möglich. Weitergabe der Software soll ohne LizenzgebĂŒhren möglich sein. Open-Source-Software ist auf die aktive Beteiligung der Anwender an der Entwicklung geradezu angewiesen. So bietet sich Open-Source-Software zum Lernen, Mitmachen und Verbessern an.
Open-Source bedeutet jedoch nicht, wie hĂ€ufig angenommen, alles-ist-erlaubt; es sind Bedingungen an die Nutzung geknĂŒpft. Völlig bedingungslose Nutzung existiert typischerweise nur bei gemeinfreier Software. Der erste BITKOM-Leitfaden zum Thema Open-Source-Software gibt folgende korrekte Beschreibung: âDie Verwertung, VervielfĂ€ltigung und Bearbeitung ist nicht vorbehaltlos gestattet, denn bei der Open Source Software wird vielfach die EinrĂ€umung von Nutzungsrechten von bestimmten Voraussetzungen abhĂ€ngig gemacht. In dieser Weise kann Open Source Software abgegrenzt werden von Public Domain Software [âŠ]. Bei der Public Domain Software ist dem Nutzer die VervielfĂ€ltigung, Verbreitung und VerĂ€nderung uneingeschrĂ€nkt und vorbehaltlos erlaubt.âcite-ref-13[13]
Open-Source-Software (OSS) hat in der Praxis groĂe Ăberschneidungen mit Freier Software, wie sie die FSF definiert.cite-ref-osi-faq-14-0[14]cite-ref-categ-open-source-15-0[15] Beide Konzepte haben gemeinsam, dass der Quellcode von Software fĂŒr Anwender verfĂŒgbar sein sollte. Es werden auch die gleichen Copyleft- und FreizĂŒgige-Softwarelizenzen, bis auf seltene Ausnahmen, von beiden Seiten als âFreiâ bzw. âOffenâ eingeordnet. Der primĂ€re Unterschied liegt in der Terminologie und Sichtweise: Freie Software fokussiert auf den Aspekt der Nutzerkontrolle ĂŒber Software und sieht Freie Software als wichtiges soziales, politisches und ethisches Anliegen.cite-ref-opensource-misses-point-16-0[16] Die OSI vertritt die Sichtweise, dass der praktische Nutzen fĂŒr die Allgemeinheit (Nutzer, Gesellschaft, Firmen etc.) einer frei verfĂŒgbaren Softwareinfrastruktur, eines freien Softwaremarktes und einer kollaborativen Entwicklungsmethode der entscheidende Aspekt sind.cite-ref-open-source-definition-12-1[12]cite-ref-17[17]cite-ref-history-18-0[18]
Weitergehende Definitionen
Der Begriff Open Source beschrĂ€nkt sich nicht ausschlieĂlich auf Software, sondern wird auch auf Wissen und Information allgemein ausgedehnt. DarĂŒber hat die Freie-Software-Bewegung in anderen Bereichen die BegrĂŒndung vieler neuer âOpenâ-Bewegungen inspiriert, beispielsweise Open Content, Open-Source-Hardware und Open Access.
Ein Beispiel dafĂŒr ist Wikipedia und die Wikimedia Commons, in deren Zusammenhang von freien Inhalten (Open Content) gesprochen wird. Weitere bedeutende Beispiele fĂŒr Open Content sind OpenStreetMap und Open Educational Resources. Eine Lizenzfamilie, die fĂŒr solche freien Inhalte (âfree cultural worksâ) geschaffen wurde, sind die Creative Commons Lizenzen.
Ăbertragen wurde die Idee des öffentlichen und freien Zugangs zu Information auch auf Entwicklungsprojekte. In diesem Zusammenhang wird oft von freier Hardware (Open Hardware) gesprochen, also freiem Zugang zu allen Informationen (Offener Standard, Offenes Format), um eine entsprechende Hardware herzustellen. Produktbeispiele auf Basis von offenen Standards und Rezepturen sind Vores Ăl/Free Beer oder OpenCola.
Ein weiteres Beispiel ist die Open-Source Saatgut Lizenz, die das Prinzip auf die PflanzenzĂŒchtung zu ĂŒbertragen versucht. GemeinnĂŒtzige ZĂŒchter können neue Sorten mit der viralen Lizenz (Copyleft) ausstatten, damit sich das genetische Material nicht mehr in ein Privatgut ĂŒberfĂŒhren lĂ€sst.cite-ref-19[19]cite-ref-20[20]
Open Access (englisch fĂŒr offener Zugang) versucht, den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet zu ermöglichen und Paywalls abzubauen. Ăhnlich versucht Open Government, den Zugang zu Regierungsressourcen fĂŒr BĂŒrger zu erleichtern.
Definitionskonflikt mit âFreier Softwareâ
Die Begriffe Open-Source-Software und Freie Software werden zwar hĂ€ufig synonym verwendet, allerdings besteht die Möglichkeit einer unterschiedlich pointierten Interpretation. Obwohl sich in der eigentlichen Bedeutung die Open-Source-Definition kaum von freier Software unterscheidet, können beide Begrifflichkeiten bewusst verwendet werden, um unterschiedliche Assoziationen auszulösen. Der Begriff open source wurde eingefĂŒhrt, nachdem die ursprĂŒngliche Bezeichnung free software (freie Software) zu Irritationen fĂŒhrte, da sie oft als grundsĂ€tzlich kostenlose Software missverstanden wurde.
Der Ă€ltere Begriff Freie Software wird bereits seit den 1980ern von der Free Software Foundation (FSF) verwendet. Eine Fehlassoziation von Freier Software mit Freeware war hĂ€ufig, da im Englischen frei fĂŒr kostenlos wie auch Freiheit stehen kanncite-ref-21[21] und freie Software in den meisten FĂ€llen wirklich auch kostenlos erhĂ€ltlich ist. Da mit Frei aber wirklich nur Freiheit von der FSF gemeint war, prĂ€gte diese den Slogan, âfree speech, not free beerâ â âfreie MeinungsĂ€uĂerung, nicht Freibierâ, um einer Assoziation von Freier Software mit kostenloser Software entgegenzuwirken.
Die mögliche Fehlinterpretation des zweideutigen Wortes âfreiâ war Teil der Motivation fĂŒr den Terminus Open Source, der ab Ende der 1990er Jahre mit Linux populĂ€r wurde.cite-ref-22[22] Der Vorschlag kam 1998 von Christine Peterson vom Foresight Institutecite-ref-history-18-1[18]cite-ref-23[23] bei der GrĂŒndung der OSI und Open-Source-Bewegung. Die frisch gegrĂŒndete Open-Source-Bewegung entschied sich, Open Source anstelle des bereits existierenden FSF-Terminus Freie Software zu etablieren,cite-ref-24[24] da man hoffte, dass die Verwendung der Bezeichnung Open Source die Mehrdeutigkeit des Begriffs âfreiâ beseitigt und damit eine bessere Akzeptanz des Open-Source-Konzepts auch bei der Wirtschaft ermöglicht. AuĂerdem vermied der Begriff Open Source eine Assoziation mit der Free Software Foundation und der GNU General Public License (GPL), die aus wirtschaftlicher Sicht problematisch sein kann.cite-ref-gplselling-25-0[25]cite-ref-gnuselling-26-0[26]cite-ref-27[27] Der Begriff Open-Source-Software sollte auch eine Ăberlegenheit des kollaborativen, offenen Entwicklungsprozesses (siehe The Cathedral and the Bazaar von Eric Steven Raymond) hervorheben.
Seit der EinfĂŒhrung der konkurrierenden Bezeichnung Open Source kritisiert die FSF, dass auch diese Bezeichnung Verwirrung stiften kann. Der Begriff Open Source assoziiert die VerfĂŒgbarkeit des Quelltextes, sagt aber nichts ĂŒber die gewĂ€hrten Verwendungsrechte und Nutzungsfreiheiten aus. Ein Beispiel fĂŒr eine solche Begriffsverwirrung ist die aktuelle Version des Kryptographieprogramms PGP der PGP Corporation: Diese wird als Open Source angepriesen, da der Quellcode betrachtet werden kann, jedoch unterliegt dieser keiner Open-Source-Lizenz. Weitergabe und VerĂ€nderung dieses Quellcodes sind verboten, so dass das Programm nicht unter die Open-Source-Definition fĂ€llt. Als Reaktion darauf ist GNU Privacy Guard entstanden, das den Open-Source-Anforderungen durch seine GPL-Lizenzierung gerecht wird.
Umgekehrt wird die von der FSF als âfreiâ angesehene GNU FDLcite-ref-28[28] als nicht âOpenâ und âFreiâ kritisiert. Bei der GNU FDL ist eine problematische Besonderheit, dass sie die Möglichkeit bietet, die Modifikation bestimmter Abschnitte zu verbieten, also das Recht auf freie Weiterverwendung beschrĂ€nkt. Die GNU FDL erfĂŒllt somit eine grundlegende Anforderung der Open-Source-Definition, der Freie-Software-Definition sowie der Debian Free Software Guidelines fĂŒr Software nicht.cite-ref-29[29]
Um den Konflikt zwischen Freier Software und Open-Source-Software zu umgehen und die Gemeinsamkeiten der Open-Source- und Freie-Software-Bewegung zu betonen,cite-ref-30[30] wurden die Begriffe FOSS und FLOSS (Free/Libre and Open Source Software) vorgeschlagen, die auch eine relevante Verbreitung erlangten.
Wirtschaftliche Bedeutung
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Hauptartikel
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GeschĂ€ftsmodelle fĂŒr Open-Source-Software
Open Source dient hĂ€ufig als Basis fĂŒr kommerzielle Software. So wird auf vielen Embedded-Systemen, Heim-Routern, Set-Top-Boxen und Mobiltelefonen das Open-Source-Betriebssystem Linux als Plattform verwendet. Auch das kommerzielle Betriebssystem webOS von HP Palm profitiert von Linux. Da diese Unternehmen von Linux abhĂ€ngig sind, sind sie auch motiviert, zu seiner Weiterentwicklung beizutragen.
Zudem können Softwareentwicklungsunternehmen fĂŒr Open-Source-Produkte Support-Dienstleistungen anbieten. Dies ist beispielsweise bei den Betriebssystemen Ubuntu, Red Hat/Fedora und SUSE Linux der Fall. Der Quellcode wird hierbei kostenlos weitergegeben.
Open-Source-Software kann auch durch Freiwillige aus altruistischen (selbstlosen) Motiven entwickelt werden. GröĂere Projekte schlieĂen sich meist zu einer Stiftung zusammen, die dann durch Spenden finanziert wird.
Quelloffene Software im Ăffentlichen Bereich gibt es auf tausenden Rechnern oft schon seit Jahrzehnten.
Nachdem sich Open-Source-Software zunĂ€chst in den Bereichen Serverbetriebssysteme, Web- und Mailserver, Datenbanken und Middleware etabliert hatte, konnte Open-Source-Software allgemein in kommerzieller Software eine wichtige Rolle erringen.cite-ref-32[32] Eine Studie im Auftrag der EuropĂ€ischen Kommission hat im Jahr 2006 die wirtschaftliche Bedeutung von Open Source fĂŒr Europa untersucht.cite-ref-33[33] Demnach ist der Marktanteil in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Den Gesamtwert beziffert die Untersuchung auf rund zwölf Milliarden Euro. In den vier Haupt-Einsatzgebieten (Web-Server, Programmiersprachen, Datenbanken und Server-Betriebssysteme) setzen 2015 70 % der Schweizer Nutzer Open-Source-Software ein, das ist ein Wachstum von 20 % gegenĂŒber 2012.cite-ref-swissict-ch-31-1[31] FĂŒr das Jahr 2010 prognostizierte die Studie bei den IT-Dienstleistungen einen Open-Source-Anteil von 32 Prozent und befĂŒrwortet eine stĂ€rkere Förderung von freier Software, damit Europa das wirtschaftliche Potenzial von Open Source besser nutzen kann. So findet das Thema zunehmend in der Wirtschaftsförderung Beachtung. Ein Beispiel ist die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die eine Initiative fĂŒr einen Open-Source-Cluster gestartet hat.cite-ref-34[34]
Open-Source-Software wurde dabei in Unternehmen deutlich hÀufiger eingesetzt als in Behörden.cite-ref-swissict-ch-31-2[31]
| Rang | Projekt | Leading company | Marktwert in US$ |
|---|---|---|---|
| 1 | Linux | Red Hat | 16 Milliarden |
| 2 | Git | GitHub | 2 Milliarden |
| 3 | MySQL | Oracle | 1,87 Milliarden |
| 4 | Node.js | NodeSource | ? |
| 5 | Docker | Docker | 1 Milliarde |
| 6 | Hadoop | Cloudera | 3 Milliarden |
| 7 | Elasticsearch | Elastic | 700 Millionen |
| 8 | Spark | Databricks | 513 Millionen |
| 9 | MongoDB | MongoDB | 1,57 Milliarden |
| 10 | Selenium | Sauce Labs | 470 Millionen |
Der angegebene Rang basiert dabei auf der AktivitĂ€t bezĂŒglich der Projekte in Online-Diskussionen, auf GitHub, bezĂŒglich der SuchaktivitĂ€t in Suchmaschinen und dem Einfluss auf den Arbeitsmarkt.cite-ref-techcrunch-com-36-1[36]
Harvard-Forscher Frank Nagle berechnet 2024 in einer Studie, welche Summe Firmen zahlen mĂŒssten, wenn es keine freie Software gĂ€be: 8,8 Billionen Dollar.cite-ref-37[37]
Vorteile der Nutzung
Open-Source-Software wird sowohl von Unternehmen wie auch von Einzelpersonen genutzt. Sie bietet eine Reihe von Vorteilen:
âą An der Entwicklung eines Open-Source-Programms kann sich eine beinahe beliebig groĂe Anzahl von Personen (und Firmen) beteiligen. Der Aufwand fĂŒr die Entwicklung wird geteilt und jeder kann von der Arbeit der Anderen profitieren. Wenn eine Firma eine Software benötigt und diese nicht Teil des Hauptproduktes ist, kann es sich fĂŒr sie lohnen, nicht die fertige Software einzukaufen oder eine vollstĂ€ndige Eigenentwicklung zu starten, sondern sich an einem Open-Source-Projekt zu beteiligen und damit Innovationen schneller zu verbreiten.cite-ref-0-38-0[38]
âą Nutzer einer Open-Source-Software sind niemals von einer bestimmten Herstellerfirma abhĂ€ngig. WĂŒnscht sich ein Nutzer eine Erweiterung oder die Behebung eines Programmfehlers, so steht es ihm frei, diese Ănderung vorzunehmen oder jemanden damit zu beauftragen. Bei proprietĂ€rer Software ist dies nicht möglich und eine Ănderung kann einzig beim Hersteller beantragt werden. Durch diese UnabhĂ€ngigkeit ist die bei proprietĂ€rer Software ĂŒbliche geplante Obsoleszenz eines Softwareproduktes zu Lasten des Nutzers ausgeschlossen.cite-ref-obsolescence-39-0[39] Auch ist mit Open-Source-Software InteroperabilitĂ€t (z. B. Datenformate) möglich, wĂ€hrend dies mit proprietĂ€rer Software hĂ€ufig durch den Lock-in-Effekt verhindert wird.
âą Die Nutzung von Open-Source-Software ist an keine oder nur wenige Bedingungen geknĂŒpft. Die Software darf von einer beliebigen Anzahl Benutzern fĂŒr einen beliebigen Zweck eingesetzt werden. Bei der VervielfĂ€ltigung und Weiterverwendung fallen keine Lizenzkosten an.
âą Open-Source-Software ermöglicht Einblick in den Quelltext und ĂŒber das offene Entwicklungsmodell ĂŒblicherweise auch die Versionshistorie. Damit ist es jedermann â beispielsweise unter Verwendung von dafĂŒr bestimmten Seiten wie Ohloh â möglich, die SoftwarequalitĂ€t mittels Statischer Code-Analyse sowie die Anzahl der Entwickler und deren VerĂ€nderungen zu analysieren und daraus auf die Wartbarkeit und den Reifegrad der Software zu schlieĂen.
âą PrĂŒfbarkeit eines Programmes auf bewusst eingebrachte, Nutzer-ungewollte Mechanismen wie Backdoors, die fĂŒr politische oder wirtschaftliche Spionagezwecke verwendet werden könnten. Beispielsweise hat Microsoft als Anbieter nicht-quelloffener Software Probleme, immer wiederkehrende GerĂŒchtecite-ref-41[41]cite-ref-42[42] ĂŒber NSA-HintertĂŒren in ihren Betriebssystemen zu widerlegen, da eine Offenlegung des Quelltexts keine Option fĂŒr Microsoft ist.
HinderungsgrĂŒnde
Bei der Frage, was die wichtigen GrĂŒnde fĂŒr den Einsatz von Open Source sind, wird klar, dass den Anwendern maximale FlexibilitĂ€t bei der Gestaltung ihrer IT-Landschaft wichtig ist: FĂŒr die groĂe Mehrheit der Antwortenden sind die Einhaltung offener Standards (86 %), Wissensaustausch mit der Community (82 %), Kosteneinsparungen (77 %) und die Verringerung von LieferantenabhĂ€ngigkeiten (76 %) die Hauptmotive fĂŒr den Einsatz von Open Source.cite-ref-swissict-ch-31-4[31]
GrundsÀtze
Damit die fortwĂ€hrende UnterstĂŒtzung von Open-Source-Projekten gewĂ€hrleistet ist, sind einige Bedingungen notwendig:cite-ref-swissict-ch-31-5[31]
ZunĂ€chst sollte es eine aktive Community geben, damit das Wissen auf zahlreiche Personen verteilt ist. Ein Beispiel hierfĂŒr ist der Linux-Kernel. GemÀà einer Kernel-Development-Studie der Linux Foundation aus dem Jahr 2015 betrĂ€gt der Anteil der Intel-Entwickler, die am meisten zum Linux-Kernel beitragen, nur 10,5 %. Selbst wenn sich Intel aus der Linux-Entwicklung zurĂŒckziehen sollte, wĂ€re die Weiterentwicklung dennoch sichergestellt. Anders wĂ€re es hingegen, wenn die Entwicklung maĂgeblich von einer Einzelperson oder Firma vorangetrieben wird. In diesem Fall wĂ€re zwar der Quellcode der Allgemeinheit zugĂ€nglich, doch wĂŒrde gleichzeitig wichtiges Wissen verloren gehen.cite-ref-swissict-ch-31-6[31]
Zudem ist die Zusammenarbeit mit kommerziellen Anbietern wichtig fĂŒr die Nachhaltigkeit von Open-Source-Projekten. Entwickler, die nicht unentgeltlich an dem Projekt tĂ€tig sind, sondern fĂŒr die Arbeit bezahlt werden, können dem Projekt langfristig mehr Zeit widmen. Beispielsweise sind an der Entwicklung von LibreOffice zahlreiche kleinere Firmen engagiert (etwa Collabora), die zertifizierte Versionen des Programms verkaufen. Gleichzeitig sind die Entwickler bei den Firmen angestellt und entwickeln das Programm hauptberuflich weiter.cite-ref-swissict-ch-31-7[31]
SchlieĂlich ist auch noch die Existenz einer Non-Profit-Organisation wichtig, die die Entwicklung koordiniert und Marketing durchfĂŒhrt. Koordination ist wichtig bei der Entwicklung einer Software. Bei proprietĂ€rer Software wird diese Aufgabe von dem EigentĂŒmer der Software ĂŒbernommen. In gröĂeren Open-Source-Projekten (etwa dem Linux-Kernel, LibreOffice oder dem Content-Management-System TYPO3) verbindet eine Non-Profit-Organisation die Entwicklerfirmen und die Softwarenutzer untereinander. Die Non-Profit-Organisation kann die Form einer Stiftung oder eines Vereins haben. Besonders dem Marketing kommt eine wichtige Funktion zu, da in der Softwareindustrie (etwa bei Adobe, Oracle oder Microsoft) doppelt so viel Geld fĂŒr Verkauf und Werbung ausgegeben wird wie fĂŒr die eigentliche Softwareentwicklung.cite-ref-swissict-ch-31-8[31]
Eric S. Raymond bezeichnet in seinem Buch Die Kathedrale und der Basar eine Entwicklungsmethode, in der Open-Source-Projekte selbststĂ€ndig ohne eine zentrale Steuerung von der Gemeinschaft verwaltet werden können, als Basar. Ob diese Entwicklungsmethode tatsĂ€chlich so Anwendung findet oder ĂŒberhaupt praktisch umgesetzt werden kann, ist aber umstritten.cite-ref-43[43] Beispielsweise folgt der Linux-Kernel, eines der groĂen OSS-Erfolgsprojekte, mit Linus Torvalds an der Spitze eher einem zentralisierten Entwicklungsmodell mit einem Benevolent Dictator for Life (wohlwollender Diktator auf Lebenszeit) und entspricht der Kathedrale in Raymondâscher Terminologie. Ăhnliche FĂŒhrungsstrukturen sind mit Richard Stallman an der Spitze der FSF/GNU-Projekt und auch bei der Mozilla Foundationcite-ref-44[44] zu finden. Als Gegenbeispiele werden die Community getriebenen Projekte Apache Hadoop und OpenStack angefĂŒhrt.cite-ref-45[45]
Kritik und Probleme
Der Informatiker Niklaus Wirth Ă€uĂert sich 2009 kritisch zur technischen QualitĂ€t komplexer Open-Source-Projekte: Die Open-Source-Bewegung ignoriere und behindere die Vorstellung, komplexe Softwaresysteme basierend auf streng hierarchischen Modulen aufzubauen. Entwickler sollten den Quelltext der von ihnen verwendeten Module nicht kennen. Sie sollten rein auf die Spezifikationen der Schnittstellen der Module vertrauen. Wenn, wie bei Open-Source, der Quelltext der Module vorhanden ist, fĂŒhre das automatisch zu einer schlechteren Spezifikation der Schnittstellen, da ja das Verhalten der Module im Quelltext nachlesbar ist.cite-ref-46[46]
Die FSF,cite-ref-47[47]cite-ref-48[48] und insbesondere deren GrĂŒnder Richard Stallman, kritisiert prinzipiell an der Open-Source-Bewegung, dass sie sozialethische Aspekte auĂen vor lĂ€sst und sich lediglich auf technische und wirtschaftliche Fragestellungen konzentriert. So werde die Grundidee von freier Software nach Stallmans Meinung vernachlĂ€ssigt.cite-ref-49[49] Die FSF kritisiert auch die von Teilencite-ref-50[50]cite-ref-51[51] der Open-Source-Bewegung tolerierte Firmenpraxis, die Weiterentwicklungen von bestehender Open-Source-Software so weit an eigene (Hardware-)Systeme anzupassen, dass sie praktisch nicht mehr anders verwendet werden können, z. B. Tivoisierung oder unlesbar gemachter Quelltext. Die Weiterentwicklung steht dann zwar immer noch unter einer Open-Source-Lizenz, kann von der Gemeinschaft aber nicht mehr genutzt werden,- eine Situation, welche die FSF ĂŒber die GPLv3 zu verhindern versucht. Silke Helfrich griff die Kritik Stallmans auf und plĂ€dierte fĂŒr die Entwicklung von Mechanismen zum Schutz von Open-Source-GĂŒtern (Peer-Openness), Ă€hnlich dem von Commons durch Commoning.cite-ref-52[52]
Das Ideal des Open Source, der freie Austausch und die beliebige Weiterverwendung von Quelltext, ist in der RealitĂ€t durch u. a. Lizenzprobleme eingeschrĂ€nkt. Besonders problematisch ist dies durch die inzwischen auf eine kaum ĂŒberschaubare Anzahl angewachsene (und weiter wachsende) Menge an Softwarelizenzen und Versionsvarianten, ein als License proliferation bekanntes Problem.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54]cite-ref-55[55] Auch anerkannte Open-Source-Lizenzen sind hĂ€ufig nicht miteinander kompatibel, was damit eine Software-Weiterverwendung in manchen Kontexten verhindert.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]cite-ref-gpl2gpl3comp-58-0[58] Deswegen wird dazu geraten, keine selbst erstellten oder exotischen Open-Source-Lizenzen zu verwenden, deren rechtliche und praktische Probleme man unter UmstĂ€nden nicht ĂŒberschaut, sondern auf eine erprobte, anerkannte und weitverbreitete freie Lizenz (und Lizenzkombinationen) wie die GPL, die LGPL oder die BSD-Lizenz zurĂŒckzugreifen. Besonders die FreizĂŒgigen Lizenzen zeichnen sich durch eine sehr gute LizenzkompatibilitĂ€t aus.cite-ref-59[59]cite-ref-60[60]
Siehe auch
Literatur
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âą Siehe auch Literatur ĂŒber Freie und Open-Source-Software.
Weblinks
Wiktionary: quelloffen
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: open source
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen (englisch)
Wikibooks: Open Source im Unternehmen
â Lern- und Lehrmaterialien
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âą Linkkatalog zum Thema Open Source bei curlie.org (ehemals DMOZ)
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